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Ich lebe gut, weil ich von anderen lebe.

September 4, 2016

Letzten Sonntagabend habe ich 3 Euro Trinkgeld gegeben. Dem Pizzalieferanten. Er brachte mir eine Pizza für 10,90 Euro. 3 Euro Trinkgeld ist ein bisschen viel. Kann man sagen. Ist auch so. Es ist auch nicht so, dass ich das bewusst getan hätte. Es war mehr ein spontaner Impuls „ordentlich“ in den Münzberg zu greifen, der sich da auf dem Regal an der Tür ansammelt.

Ich bin nicht vermögend, doch Sorgen muss ich mir auch nicht wirklich machen. Ob sich der junge Pizzalieferant Sorgen um seine finanzielle Situation machen muss, weiß ich nicht. Doch ich liefere keine Pizza aus am Sonntagabend. Ich bestelle sie. Es gibt Menschen, die helfen mit, unseren vollgestopften Alltag überhaupt erst bestreiten zu können oder ihn angenehmer zu machen. Sogenannte Vereinbarkeitshelfer. (Süddeutsche Zeitung Magazin)

 

 Und dieser Markt wächst. Immer mehr Plattformen, die mir Vereinbarkeitshelfer, für alle möglichen Aufgaben vermitteln wollen: Überall sehe ich Menschen auf Fahrrädern mit pinken oder türkisen Boxen Essen ausfahren, Plakatwände wollen mir Putzkräfte vermitteln und mit Facebook-Ads wird darum geworben meine Wäsche abholen zu dürfen.


Doch das Prinzip der Alltagserleichterung – der Zeitgewinn – geht nur auf, weil andere Menschen uns andere Menschen ihre Zeit zur Verfügung stellen. Die Rechnung ist einfach: Eine (Putz)Stunde kostet mich bspw. lediglich 12,90 Euro. Es gibt viele Menschen, die sich das leisten können und eben noch viel mehr, die bereit sind sein müssen, ihre Zeit zu diesem Preis* zur Verfügung zu stellen.


„Die Rückkehr der Diener“ ist nur der nächste logische Schritt einer Entwicklung, die wir als Gesellschaft schon lange eingeschlagen haben und die strukturell verankert ist: online-Bestellungen, die versandkostenfrei geliefert werden sollen, Kita-Beiträge, Pflegedienste und so weiter. Die Verfügbarkeitshelfer erleichtern unseren Alltag überall, doch über deren Bezahlung und Arbeitsbedingungen spricht keiner. „Soziale Spaltung wird abstrakt beklagt, aber praktisch hingenommen, ja für unvermeidlich erklärt, wenn die Dielen gewischt, die Mutter gepflegt, das Mineralwasser mit dem Ökosiegel vier Treppen hochgetragen werden muss.“ Denn „wahrscheinlich können wir uns viele Annehmlichkeiten nicht leisten, wenn sie alle angemessen entlohnt und fair organisiert würden“.

Wir leben gut, weil wir von anderen leben“. Auch ich lebe gut, weil ich von anderen lebe. Nicht nur von den „Dienern“ um mich herum - deren Dienste ich sehr selten in Anspruch nehme -, sondern insbesondere wegen der Näherin meiner Klamotten, dem Kaffeebauern oder der Person, die mein Handy zusammengebaut hat. Ich bin mir dessen bewusst und stelle mir gleichzeitig die Frage, ob es weniger Jobs gäbe, wenn sich weniger Menschen die Vereinbarkeitshelfer leisten könnten? Ich weiß es nicht. Und ich werde dieses strukturelle Problem allein nicht ändern können, doch wie Tessa im Filmdialog „Der ewige Gärtner“ sagt: „Aber diesen (drei) Menschen hier können wir (jetzt) helfen“. Und aus diesem Grund habe ich vermutlich ganz spontan drei Euro Trinkgeld gegeben. Weil ich, da wo ich konnte, einen Unterschied machen wollte. Wenigstens für den jungen Pizzalieferanten.
Und für den Produzenten meines Gemüses.

Übrigens habe ich – bis auf den Pizzalieferanten – keine Erfahrung mit Vereinbarkeitshelfern.​

*tatsächlich kommen bei der Person selbst natürlich weniger als 12,90 Euro an

 

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Zu meiner Person: Eine Welt in Balance ist meine Vision. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME versuche ich als Keynote Speaker und Vortragsredner für Nachhaltigkeit den Wandel zu befördern. Menschen über Vorträge über Nachhaltigkeit zu inspirieren die Zukunft mitzugestalten ist meine Leidenschaft geworden. Ich freue mich über eine Einladung von Ihnen.

Mein Dank gilt vielen Menschen, die mir in der Vergangenheit viel Vertrauen geschenkt und Chancen aufgezeigt haben. Schlüsselfiguren waren insbesondere Frithjof Finkbeiner, Uwe Möller, Max Schön und Franz-Josef Radermacher.

 

 

 

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